Drei starke Booster für Arbeitsteams | Lorenz-Seminare

Vor einigen Tagen hatte ich Gelegenheit und Muse, drei Fischer im Hafen von Figuera bei der Arbeit zu beobachten. Sie hatten alle Hände voll zu tun, ihr Fischerboot und alle Werkzeuge zu richten. In kurzer Zeit wurde vieles bewegt, aufgeräumt und ganz konzentriert in Ordnung gebracht – in Zusammenarbeit.

Wenn über Teamspirit diskutiert, geschrieben oder referiert wird, prallen recht unterschiedliche Meinungen und Einstellungen aufeinander. Manche zeigen echte Praxiserfahrung, andere vermögen wenig zu überzeugen.

Was macht Teamgeist aus? Was ist notwendig und auch in der Praxis greifbar?

Ein Blick über den Tellerrand hilft uns, drei echte Teambooster einmal in den Mittelpunkt zu stellen, wohlwissend, es gibt noch weitere förderliche Aspekte.

Ob beim Mannschaftssport, in meiner Zeit beim Militär oder in der Arbeitswelt – für mich haben sich folgende Elemente als stabile Bausteine eines guten Teams herausgestellt:

  • Ein respektvoller Umgang miteinander. Respekt ist nicht gebunden an „sich mögen oder liebhaben“. Es ist vielmehr eine Grundhaltung. Respekt kann Mensch, Natur oder auch geschaffenen Werken oder auch einem Rang, einer Position entgegengebracht werden. Das Gegenteil davon, respektloses Verhalten, kann die Motivation in einem Team sehr empfindlich runterziehen.
  • Du kannst noch so nett sein oder smart – Verlässlichkeit ist in einem guten Team weitaus höher angesiedelt. Unser typischer Ausdruck „Hand-in-Hand-arbeiten“ drückt das sehr schön bildlich aus. Wenn viele Hände gemeinsam etwas bewirken wollen, ist Verlässlichkeit auf die eigenen Hände UND die der anderen enorm wichtig.
  • Wir Menschen haben einen recht guten Riecher dafür, ob etwas Sinn ergibt oder nicht. Ein gemeinsames, sinnvolles Ziel bringt Menschen überhaupt dazu, erfolgsorientiert zu arbeiten – erfolgsorientiert im Sinne des Ziels. Die Vermittlung der Sinnhaftigkeit von Vorhaben ist eine der wichtigsten Aufgaben in der Teamführung. Führung ohne sinnvolles Ziel? Kaum denkbar. Wohin dann auch…?

Stellen wir uns ein OP-Team im Krankenhaus vor, welches nur dann erfolgreich arbeiten kann, wenn alle sich auch noch privat mögen? Oder die Crew eines großen Passierflugzeugs, eine Fußballmannschaft, eine Feuerwehreinheit – oder einfach Ihr Team?

Nett sein, sich mögen ist grundsätzlich angenehm und sehr oft auch hilfreich, jedoch nicht zwingend erforderlich für gute Arbeit. Ein professionelles Arbeitsteam kann auch dann sehr gut funktionieren, wenn nicht alle Mitglieder auch privat befreundet sind. Dieser Faktor wird von Führungskräften oft genug missverstanden – manchmal wird diese Freundschaft im Team gar eingefordert. Wenn Experten zusammenarbeiten, um etwas zu bewegen, wenn sie ihre Ziele kennen, wertschätzend und verlässlich miteinander umgehen, wenn jeder sich im Rahmen seiner Möglichkeiten einsetzt, sich anstrengt und auf die Sache an sich konzentriert, dann geht vieles! Mit der gemeinsamen Arbeit und spätestens mit dem Erfolg stellt sich oft auch noch dieses „berufliche Mögen“ dazu ein. Auf geht’s – hier ist einiges an Arbeit zu tun! In die Hände gespuckt und los!