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Erfolgsfaktoren für die Kaltakquise

Die telefonische Kaltakquise ist auch heute für viele Unternehmen ein wesentliches Instrument zur Generierung von Neukunden. Das gilt branchenübergreifend für Firmen im IT-Sektor, im Maschinen- und Anlagenbau, der Chemie, Elektronik, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, Travelmanagement, Energiemanagement sowie für Firmen im Dienstleistungssektor, wie beispielsweise das Versicherungs- oder Bankwesen. Erfolgsquoten von Unternehmen aus verschiedenen Branchen belegen: Die telefonische Kaltakquise ist vor allem im B2B-Segment ein wichtiger Ansatz zur Neukundengewinnung. So konnten je nach Unternehmen, gemessen an der Anzahl qualifizierter Ersttermine als Erfolgsindikator, durch die reine Kaltakquise Erfolgsquoten zwischen 4% und 20% erzielt werden.

Es gibt einige Faktoren, die wesentlich zum Erfolg der Kaltakquise beitragen. Welche Faktoren das im Einzelnen sind, möchte ich Ihnen im Folgenden gerne genauer veranschaulichen.

1. Auf die richtige Zielsetzung kommt es an!

Entscheidend für den Erfolg der Kaltakquise ist die richtige Zieldefinition:

Entsprechend sind folgende Ziele realistisch:

Selten führt die Kaltakquise bereits nach wenigen Telefonaten zum sofortigen Geschäftserfolg. Im Hinterkopf sollten Sie hier behalten, dass die Erfolgsquote nicht abhängig von der Anzahl der Anrufe ist. Wichtig ist daher, realistische Ziele zu formulieren und entsprechende Indikatoren für den Erfolg geeigneter Maßnahmen festzulegen.

2. Die passenden Indikatoren zur Erfolgsbeurteilung

Selten entscheidet die Anzahl an Calls pro Tag über den Erfolg der Kaltakquise. Es gilt nicht die Regel „Viel hilft viel“, stattdessen sind gute Gespräche bei den richtigen Adressaten Faktoren für den Akquiseerfolg. Aussagekräftige Indikatoren sind daher:

3. Die richtigen Zielgruppen und Ansprechpartner

Durch intensive Recherche mithilfe sozialer Medien gelingt es häufig, Zielgruppen und Ansprechpartner im Vorfeld sorgfältig zu analysieren und zielgerichtete Telefonate zu führen. Eine qualifizierte Adressbasis, die durch professionelle externe Dienstleister geliefert wird, steigert den Erfolg bei der Identifikation und Anspreche der richtigen potenziellen Leads.

4. Kaltakquise als integrierter Ansatz

Wird die Kaltakquise mit klassischen und innovativen Methoden aus dem Marketing und Vertrieb, wie Website Besucher Analyse Tools, Social Selling und Inbound Marketing verknüpft, kann die Erfolgsquote gesteigert werden.

Website Analyse Tools liefern Informationen über Kundenverhalten und -bedürfnisse. Diese können in gezielten Telefonaten angesprochen werden. Social Media Tools wie Twitter, LinkedIn Navigator und Xing Pro Business erlauben Akquisiteuren Social Selling Aktivitäten, indem sie Informationen aus Social Media als seriösen Anlass für den telefonischen Erstkontakt ermöglichen. Durch Inbound Marketing wird mithilfe sozialer Medien (beispielsweise Websites oder Blogs) Content erstellt, der sich gezielt auf das zuvor eruierte Interesse und die Bedürfnisse richtet. Auch dadurch werden konkrete Anlässe für einen telefonischen Erstkontakt generiert.

5. Das geschulte Akquise-Team

Verschiedene Faktoren sind für den nachhaltigen Erfolg von Akquise-Teams entscheidend:

Für alle oben genannten Kriterien gilt: Intensives und nachhaltiges Training und Arbeitsplatzcoaching – entweder durch professionelle Trainer / Coaches oder gegenseitiges Feedback von Kollegen, Mentoren und Vorgesetzten sind dabei äußerst hilfreich.

Es gibt auch ein paar organisatorische Dinge, die über den Erfolg der Telefonakquise entscheiden:

6. Neue Regelungen durch die EU-DSGVO (EU-Datenschutz-Grundverordnung)

Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung tritt ab dem 28.Mai 2018 in Kraft und liefert einige Rahmenbedingungen für die Erhebung und Verarbeitung personenbezogener Daten, somit auch für den Umgang mit Daten im Rahmen der telefonischen Kaltakquise. Dies betrifft die Daten aller natürlicher Personen innerhalb der EU: Die Datenerhebung erfordert die Einwilligung der betreffenden Personen. Eine rechtskonforme Einwilligung, etwa in Form eines Online-Formulars mit sogenannten Double-Opt-In-Funktionen bietet sich hier an. Der Kunde bestätigt hierbei seine Anmeldung durch einen Haken in ein vorbereitetes Feld und anschließend ein weiteres Mal durch Anklicken eines zugesandten Links.

Die Datenspeicherung unterliegt nach der neuen Verordnung der Pflicht zur Datenminimierung. Anstelle einer Vorratsspeicherung dürfen nur die zum Zeitpunkt der Erhebung zieldienlichen Daten gespeichert werden. Die Datenverarbeitung zur Anbahnung von Geschäftsbeziehungen, zum Beispiel zur Bearbeitung von Angebotsanfragen, hingegen ist zulässig. Die telefonische Kontaktaufnahme dagegen erfordert im B2B-Segment keine ausdrückliche Zustimmung des Adressaten. Es reicht das mutmaßliche Interesse des Angerufenen an der Dienstleistung oder dem Produktangebot.

von Dorit Wudtke, Trainerin bei Lorenz-Seminare

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